Die Aufarbeitungsinitiative „Schlaglicht“ im Deutschen Pfadfinderbund hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Blick auf die Zustände und Stimmungen zu werfen, welche es in der Vergangenheit ermöglicht haben, dass Kinder und Jugendliche Opfer von Übergriffen gegen die sexuelle Selbstbestimmtheit wurden. Hierzu haben Zeitzeugen aus dem Bund – auch wenn sie schon lange nicht mehr aktiv sind – die Möglichkeit, mit uns zu sprechen und ihre Geschichte zu erzählen. Wie sie die Zeit erlebt haben, wie das Umfeld auf dieses Thema reagiert hat, was passiert (oder auch nicht passiert) ist und was sie sich damals gewünscht hätten, wie der Bund und seine Führung hätte reagieren sollen.

Wir wollen aus diesen Erzählungen für die Zukunft lernen. Wollen prüfen, ob es derzeit noch ähnliche Mechanismen gibt, die es auch weiterhin möglich machen, dass Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt und sexuellen Übergriffen werden. Bei den Recherchen und Gesprächen sollen auch überbündische Einflüsse auf die damalige Situation mit betrachtet werden. Die Ergebnisse werden später publiziert und so auch anderen Bünden zur Verfügung gestellt.

Im Deutschen Pfadfinderbund gibt es seit vielen Jahren einen Präventionsrat, der sich dem Thema Prävention zum Schutz der Kinder und Jugendlichen und Intervention in akuten Verdachtsfällen annimmt. Über diese notwendige und wichtige Arbeit hinaus, soll die Aufarbeitungsinitiative „Schlaglicht“ vergangene Missstände beleuchten, Zeitzeugen Gehör verschaffen und dazu beitragen, dass die Präventionsarbeit stetig besser wird.

Kontakt: Helge "primus" Heidemeyer schlaglicht-kontakt@deutscher-pfadfinderbund.de